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Weißer Sonntag: Raphaels 1. Heilige Kommunion

Heute war endlich der GROSSE TAG!

Der Gottesdienst

Der Tag begann für alle früh und nach einem schnellen Frühstück ging es mit 4 aufgeregten Landini-Hühnern rüber zur Kirche. Es war sonnig aber bitterkalt, wir verließen bei ca. 4 Grad das Haus. Immerhin aber kein Regen mehr wie die letzten Tage.

 

Dort angekommen stellten wir fest das Thomas vergessen hatte seine Krawatte anzuziehen, er ist also nochmal schnell heim, während wir - typisch Deutsch eben - Plätze in der Kirche reservierten für alle Gäste. Dieses Jahr waren es rund 28 Kommunionkinder und obwohl die Gemeinde allerlei Bierbänke und weitere Stühle in die Kirche gestellt hatten, war klar das viele trotzdem hinten würden stehen müssen.

 

Die Kommunionkinder trafen sich 30 Minuten vor Beginn in der Krypta der Kirche und bekamen dort auch ihre Kerze ausgehändigt. Raphael war wirklich super nervös und nur am rum dotzen. Ging aber mit den anderen alleine runter. 

 

Auch meine Nervosität stieg. Wusste ich doch das zumindest früher Raphaels Nerven an so Tagen oft mit ihm durch gingen und er sich verweigerte oder anfing zu klammern. Würde er wirklich mit den anderen wieder aus der Krypta hochkommen?

 

9:30: Die Glocken begannen zu bimmeln und ich stand schlotternd im Hof und wartete. Dann kamen sie. Die Kinder stellten sich in 2er Reihen auf und ja auch mein Raphael kam nervös aber grinsend und stellte sich dazu.

 

Dann ging es mit Fahnen, Glockengeläut, Blitzlichtgewitter, Kreuz und 28 Kindern einmal um die Kirche und auf der anderen Seite hinein.


Nach dem Einzug in die Kirche machten alle einen Knicks vor dem Altar und gingen zu ihren Plätzen.

 

Raphael marschierte gut mit und machte alles nach Plan.

Wir hatten uns in der Nähe postiert um notfalls eingreifen zu können, sollte dies nötig sein.

(Mussten wir aber nur einmal. Raphael war es vor lauter Aufregung warm und er wollte sein Sakko ausziehen, ich sagte er soll es lieber anlassen, daraufhin zog er einfach die Schuhe aus ;)

 

Im Gottesdienst wurden viele Lieder gesungen, diese wurden im Vorfeld von den Kommunionkindern mit ausgesucht. Die Kinder verlasen Fürbitten und Raphael hat mit 3 anderen Kindern Kerzen nach vorne auf den Altar getragen. Raphael hatte Hummeln im Hintern und er musste sich beherrschen still zu sitzen, aber machte alles ganz prima. Alle Kommunionkinder kamen zum "Vater unser" beten nach vorne zum Altar und hielten sich an den Händen.

 

Die Liedtexte konnte er größtenteils auswendig und trällerte sie auch laut und mit Begeisterung mit.

 

Dann wurden die Kinder reihenweise vorgerufen zur Erstkommunion. Raphael stellte sich prima mit auf und nahm auch die Hostie entgegen und steckte sie auch gleich in den Mund. Man sah ihm an wie schwer ihm das gefallen war und es schüttelte ihn auch etwas durch, aber er aß sie ohne wirkliche Probleme. Stolz kam er in seine Bankreihe zurück. Dann wurden alle Kommunion Kerzen entzündet.

 

Noch ein paar Worte und Lieder und die Kinder stellten sich wieder auf und zogen aus der Kirche aus. Vor der Kirche fiel dann die Anspannung von Raphael ab, er war so stolz und zufrieden das er es geschafft hatte, gleichzeitig sah man ihm aber auch an wie anstrengend es für ihn gewesen war. Auf Fotos hatte er leider nicht so wirklich Lust und wir fuhren nach vielem Händeschütteln und Karten verteilen und Raphael knutschen los Richtung Hofheim.


Funfact

Raphael hat 2 absolute Lieblingslieder in der Kirche, das eine heißt Mutmacherbuch, das andere ist das allseits bekannte Laudato Si. Auch andere Lieder hört er gerne und er wollte vor einiger Zeit unbedingt eine Kirchenlieder Playlist auf dem Handy. Gesagt, getan.

 

Doch die Version die ich von Laudato Si passte ihm nicht, da man dort oh mi signore sang und nicht wie bei uns in der Kirche oh mio signore. Also suchten wir eine neue Version und stießen dabei zufällig auf eine Partyversion von Mickie Krause.

Die fand Raphael mega cool und hörte sie laut mitgröhlend rauf und runter. Natürlich ist aber bei der Partyversion auch der Strophentext nicht der richtige, Herr Krause (& Raphael) trällert dann z.B.:

 

"Sei gepriesen für Wodka und Barcardi!

Sei gepriesen für Opel und Ferrari!" Oder auch

"Sei gepriesen für Poldi und für Schweini"

 

Natürlich weiß Raphael das er in der Kirche bitte die Kirchenversion singen soll, allerdings hatte er heute natürlich seinen eigenen Kopf und hat die Partyversion gesungen. Und war auch nicht mehr auf der Bank zu halten und hüpfte dabei auf und ab und freute sich tierisch.

 

Gut dass es so voll war und alle mitgesungen haben das man es nur hören und auch verstehen konnte, wenn man genau wusste was er singt und in der Nähe stand ;)

Er hatte auf jeden Fall mega Spaß dabei :D




Die Feier

Unsere kleine Truppe war in Hofheim zu Mittag in der Viehweide essen.

Raphael war ziemlich überdreht aber guter Laune. Er packte vor dem essen auch schon einige Geschenke aus (u.a. ein tolles silbernes Kreuz mit Kette, Lego, Playmobil, Galli-Theater Karten, ein Bienenhaus mit Mauerbienen, Legoland-Wochenende, Wii,...). Nach dem essen zogen sich Raphael, seine Freundin und Elena schnell an um am Waldrand auf dem Spielplatz zu spielen und mit Ästen eine Hütte zu bauen.

Fürs Kaffee trinken ging es dann weiter zu meinen Eltern nach Hause die sich wahnsinig viel Arbeit vorher germacht hatten mit Tischdeko, Kuchen und Torten. Leider haben wir vergessen die Tafel zu fotografieren, wie so einiges andere an dem Tag. Aber wichtiger ist, das wir es schön und gemütlich hatten und Raphael einen unvergesslichen Tag. Der Tag und die Feier verging wie im Flug.


Die Abendandacht

Um 18:00 Uhr war Abendandacht in der Kirche, dort konnten die Kinder auch Dinge weihen lassen, Raphael wollte seine neue Kette weihen lassen.

Im Prinzip war dieser Abendtermin für Raphael zu viel, er war zu dem Zeitpunkt durch. Aber wie wir dort feststellten ging das vielen Kindern dort so. Raphael war sehr hibbelig, aber sonst hat alles erstaunlich gut geklappt und Raphael hat sich sehr bemüht und nochmal alle Kräfte mobilisiert. Die Kinder bekamen jeder noch ein Kreuz, eine Taschenlampe mit dem Ichthys-Zeichen und eine Kreuz Kette aus einem schönen grünen Stein geschenkt.

 

Danach wollte er aber einfach nur noch heim, er wollte weder zur Nonna (seine Oma) zum übernachten wie eigentlich angedacht, noch im Biergarten um die Ecke den Abend ausklingen lassen. Er wünschte sich einfach nur heim und vor dem fernseher essen zu dürfen und das taten wir dann auch. Dabei packte er noch ein paar weitere Geschenke aus, aber selbst dazu war er dann zu müde.

Stolz, glücklich, aber völlig überdreht ging es dann ins Bett.

Und so ging ein wundervoller tag zu Ende.

 

Wir sind wahnsinnig stolz auf unser großes Kommunionkind. Er hat alles so toll gemanagt und gemeistert, hat sein Lampenfieber besiegt, seine Angst und Abneigung gegen neues Essen (Hostie) überwunden und alles gemacht wie alle. Oder zumindest fast. Ich wette selbst Mickie Krause hätte sich nicht getraut in der Kirche bei der eigenen Kommunion das Lied zu singen ;)

Aber wo bleibt sonst die Individualität und Spaß ;)


Dankesgottesdienst eine Woche später

Eine Woche später war sonntags nochmal ein Dankesgottesdienst, für den alle Kommunionkinder nochmal die Kommunionklamotten anzogen, sich in der Kirche zusammen in die ersten Reihen setzten und auch die Kerze mit in den Gottesdienst nahmen.

 

Es wurden auch nochmal die Lieder des Weißen Sonntags gesungen.

 

Es war ein schöner Abschluss und gab uns zusätzlich hinterher nochmal die Möglichkeit etwas entspannter ein paar Bilder von Raphael zu machen.Zumindest etwas entspannter, so wirklich gerne lässt sich Raphael selten fotografieren. ;)


Danke

Es ist Zeit Danke zu sagen. Vor allem an alle aus der Gemeinde die Raphael durch das Jahr begleitet haben. Die sich wirklich so viel Mühe gegeben haben und das ohne irgendjemand dabei zu vermitteln das das ja jetzt mehr Arbeit ist als sonst, sondern mit viel Freude und ganz selbstverständlich. Raphael wurde ganz selbstverständlich aufgemommen und gehört dazu.

So wie er ist.

 

Das ist ein sehr schönes Gefühl für uns alle, denn auch wenn es eigentlich immer so sein sollte, wissen wir doch das es nicht immer so gelebt wird. Er wurde sogar gefragt ob er nicht bei den Messdienern mitmachen möchte und Raphael will sich das die nächsten male ansehen. Daran sehe ich das sie ihn wirklich wertschätzen und nicht nur ihre Arbeit machen.

 

Des weitern möchten wir natürlich unserer Familie, meinen Eltern und Schwester danken, die immer für uns da sind und sich immer viel Mühe und Arbeit machen und mithelfen. Was wären wir ohne Euch <3

 

Außerdem möchten wir uns bei allen Gästen bedanken, bei allen die an Raphael an seinem Tag gedacht haben, die Glückwunsche, Gedanken, Karten oder Geschenke für ihn hatten. Auch durch euch wurde der Tag unvergessen und ein besonderes Erlebnis.

 

Als kleines Dankeschön / Gastgeschenk habe ich eine Dankeskarte designt, schön bunt und mit vielen Blumen, Fotos und dem Spruch: Ich bin eine Blume in Gottes Garten. Dazu bekommen alle ein Säckchen unserer ->Seedballs Bunte Blumen Vielfalt


Weitere Blogeinträge zu: ->unserer Kirche und der Vorbereitung der ->Kommunion



Unser Zebra Blog: Wir sind eine 4-köpfige Familie aus Mainz. Papa Thomas ist Kommunikationsdesigner und Chef des Zebras, sowie Referent der landesweiten Service- und Beratungsstelle "Inklusion in der Weiterbildung" im Ingelheimer WBZ. Hobbys sind lesen und Zeit draußen verbringen und Mainz 05. Mama Katharina ist Mediengestalterin und Mama. Wenn Zeit ist sitzt sie an der Nähmaschine, auch Motivkuchen backen gehört auf ihre Hobbyliste. Sohn Raphael (*2009) ist Schüler und mag gerne Playmobil, Rollenspiele, chillen, Ausflüge in die Natur, Achterbahnen, Schwimmbad und vieles mehr. Momentane Berufswünsche: Märchenerzähler / Schauspieler, YouTube Star, Autoskooter Einparker, Knöllchenverteiler, ... Er hat ein extra im Gepäck, das Down-Syndrom, auch Trisomie 21 genannt, mit dem er uns nach der Geburt überraschte. Tochter Elena (*2012) die Jüngste in der Chaosbude ist auch Schülerin, spielt Geige, macht Yoga und ist in einer Zirkus AG. Ihre Hobbys sind außerdem schwimmen, Achterbahnen, mit Freundinnen treffen. Ihr Berufswunsch, schwankt auch zwischen Märchenerzählerin und YouTube Star, aber auch Detektivin, Archäologin oder Meeresbiologin steht auf ihrer Wunschliste weit oben. Elena ist außerdem Buchautorin.


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