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Vorbereitungen auf die Kommunion

Der GROSSE TAG rückt näher und die Nervosität auch bei Raphael steigt! Es ist inzwischen alles vorbereitet und fertig.

Die Klamottensuche

Die Vorgabe der Kirche dazu war nur: Das Kind soll sich wohlfühlen und es soll dem Anlass angemessen sein. Aber was darunter zu verstehen ist sollte jeder selbst entscheiden. Also auch hier alles locker und ungezwungen.

 

Als ich überlegt hatte was Raphael an seiner Kommunion anziehen könnte, hatte ich an eine schöne ordentliche Hose passend zu seinem Sakko gedacht, vielleicht in einem schönen blau?

Tja, aber so ist das als Mama eben, man kann sich alles Mögliche überlegen, aber die lieben Kinder haben natürlich eigene Vorstellungen die sich selten mit den eigenen decken. Aber das ist ja auch gut so... ;)

 

Raphael war klar, dass er einen richtigen Anzug in schwarz haben möchte mit Fliege. Also sind wir an 2 Tagen los alle möglichen Anzüge anprobieren. Einen schönen, bezahlbaren und passenden zu finden war gar nicht so einfach wie gehofft. Man sagte uns auch das wir schon spät dran seien und vieles schon verkauft war (aber ich kauf doch nicht Monate vorher und dann passt es nicht mehr, weil er wächst...), außerdem hat Raphael auch keine 0815 Figur. Manche Anzüge sollten insgesamt 250 Euro und mehr kosten. Für einen einzigen Tag. Nein, das sah ich dann doch nicht ein. Aber wir gaben natürlich nicht auf und wurden fündig und Raphael war happy.

Seine "Nonna" (meine Mama) kürzte noch etwas die Hose und Sakkoärmel damit alles gut saß.

Elena bekam von ihr ein tolles blaues Kleid genäht, mit rosa Jacke und Täschchen dazu. Der Stoff war ein zerschnittenes Kleid meiner Schwester, das sie als Kind getragen hatte. :)


Die Kommunionskerze

 

In unserer Gemeinde gibt es die Möglichkeit an einem Nachmittag gemeinsam die Kerze zu basteln. Dafür stellt die Gemeinde viele bunte Wachsplatten, sowie Vorlagen zur Verfügung.

 

 

 

Ich war sehr erstaunt das Raphael auch mitbasteln wollte. Oft drückt er sich eher um solche Dinge, wenn er nicht muss ;) Aber er war total begeistert von der Idee.

 

An dem Bastel-Nachmittag bin ich mitgekommen um zu helfen und wir haben gemeinsam nach seinen Vorstellungen seine Kerze geschmückt.

 

 

 

Er hat sich immer ein Motiv und eine Farbe ausgesucht und dann wurde mit einem spitzeren Gegenstand um das Motiv herum das Wachs nachgefahren und dadurch "ausgeschnitten". Dann das Motiv ein wenig in der Hand anwärmen oder etwas festhalten nach der Platzierung und schon konnte das nächste Motiv gemacht werden.

 

 

 

Ich hatte im Vorfeld Buchstaben zum Kleben gekauft und auch ein 4-er Motiv das er sich online ausgesucht hatte (blau grün mit Kelch, Weizenähre, Taube und Fisch drauf), weil ich nicht wusste ob Raphael rechtzeitig zum gemeinsamen Basteln gesundwird. Auch das hat er platziert.

 

 

 

Außerdem konnte man sich auch ein Kerzenkleid (? oder wie heißen diese Tücher unten an der Kerze wo man sie festhält?) ausleihen. Eigentlich dachte ich das Raphael gar keins dran macht, aber als er die Tücher sah wollte er auch unbedingt eins haben :)

 


Die Einladung

Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen die Einladungskarte selbst zu gestalten, sowas macht mir immer viel Spaß.

Auch wenn ich leider sehr spät dran war. Raphael war so lange krank das einiges im Verzug war dieses Jahr. Deshalb hatte ich vorher auf die schnelle eine "Save The Date" Karte designt die wir an alle Gäste geben konnten.

 

Die richtige Karte wurde dann nachgereicht.

Das Foto auf der Einladung ist von ->Moni Plump

 

Als Spruch habe ich diesen hier gewählt, hatte ihn beim Stöbern gesehen und fand ihn so passend für Raphael:

“Glaub nicht alles, was man dir sagt,
aber glaube, dass alles möglich ist.“

 

Gedruckt wurde auf dickes edles Strukturpapier.

 

Wie gefällt sie euch?


Die Location

 

Als ich Raphael fragte wo er denn Mittagessen und feiern möchte, hat er kurz nachgedacht und meinte dann DIE Idee zu haben: Er wollte eigentlich alle ins Schwimmbad zu Nuggets mit Pommes und Eis einladen. Und dann könnten alle den restlichen Nachmittag Spaß haben und rutschen ;) Als ich meinte das viele keine Lust auf rutschen und Schwimmbad hätten, hat er als nächstes Indoor Spielplatz vorgeschlagen ;)

 

Auch das verneinte ich Spaßbremse und dann meinte er: "Na gut Mama, dann halt irgendwas am Wald wo es Schnitzel und Pommes gibt".

 

Allerdings war es gar nicht einfach etwas zu finden das für jeden auf der Karte was dabei, Wald in der Nähe hat, bezahlbar war UND noch frei hatte für den Tag. Wie gesagt wir waren scheinbar mit allem eher spät dran. meinen besten Eltern der Welt haben dann vorgeschlagen, nach dem Mittagessen alle zu sich zum Kaffee trinken einzuladen, dann könnten auch die Kinder besser spielen und chillen bis abends dann nochmal Abendandacht war. Deshalb haben wir dann etwas dort in der Nähe gesucht und gefunden. Wir haben in der ->Viehweide in Hofheim das Mittagessen gebucht.


Der Unterricht, Gründonnerstag & die Generalprobe

 

Über den Unterricht hatte ich ->hier schon etwas berichtet. Raphael ist wirklich soooo gerne hingegangen, ein Dank an alle Helfer.

 

 

 

Wir hatten im Vorfeld mit dem Pfarrer und Helfern gesprochen wie wir das Problem, das durch Raphaels Essstörung verursachte Abneigung gegen neues Essen entstehen könnte, lösen können. Nämlich das er die Hostie vermutlich nicht essen wird. Er probiert ja kein neues essen und isst sowieso sehr eingeschränkt. Auch die ungeweihten Hostien die es im Kommunionunterricht zum Probieren gab, nahm er nur mit nach Hause ohne auch nur daran zu knabbern.

 

Die Lösung die mir angeboten wurde war genial und einfach: In unserer Gemeinde dürfen die Kommunionkinder bereits ab dem Gründonnerstag zum Abendmahl gehen. Damit fällt letztes und erstes Abendmahl symbolisch zusammen. Normalerweise nimmt das aber keiner in Anspruch und geht erst zum weißen Sonntag mit allen. Aber für uns eine tolle Möglichkeit es ohne die Aufregung vorher zu testen.

 

Und uns wurde angeboten sollte das nicht klappen, das Raphael zu Hause aus einem Stück Toastbrot einen Kreis ausschneiden darf und den dann zur Erstkommunion und ab da zu jedem Gottesdienst abgeben kann. Bis zu dem Tag versuchten wir ihn mental auf das Abendmahl vorzubereiten und ihm die Hostie schmackhaft zu machen ;)

 

Wirklich ein Glück so eine tolle Gemeinde zu haben.

 

 

 

An Gründonnerstag wurden wir vorgerufen und Raphael durfte das erste Abendmahl beim Pfarrer vorne entgegennehmen. Raphael war total stolz das er als einziger und vor den anderen dran war. Er nahm die Hostie und dann sah man ihm deutlich an das er mit sich kämpfte. Er grinste erst stolz und dann beäugte er erst mal die Hostie in der Hand, dann schaute an sich runter und überlegte eindeutig sie in der Hosentasche verschwinden zu lassen, dann guckte er wieder zur Hostie, zum Pfarrer, zur Gemeinde, zur Hostie und Schwups steckte er sie in den Mund :)

 

Puh, ein Stein fiel von meinem Herzen und ich war sehr sehr stolz, denn ich wusste wieviel Überwindung ihn das gekostet haben musste und man sah aber auch wie wichtig ihm der Kommunionunterricht etc. geworden war.

 

Allerdings sagte er mir direkt hinterher das die ja fürchterlich geschmeckt hätte, dass er sie NIE NIE wieder isst und schon gar nicht wenn man nicht mal sagen könnte was man drauf haben will, z.B. Butter oder Fleischwurst :D

 

Ab da wurde es tatsächlich zu einem halben Kampf, er verschenkte sie, versuchte sich ein Kreuzzeichen abzuholen anstatt einer Hostie, würgte und weigerte sich. Aber letztendlich aß er sie immer bisher. Wir konnten nur hoffen das er sie an der Erstkommunion dann auch aß, ohne dass wir dazu kommen mussten um ihn zu überreden ;)

 

 

 

Freitags vor dem weissen Sonntag trafen sich nochmal alle Kinder zur Generalprobe. Raphael war total nervös und aufgekrazt. Dort merkte man ihm dies wohl auch an, aber es lief zumindest halbwegs, sagte man mir. Wieder zu Hause angekommen heulte er und teilte uns wehement mit das er die Kommunion ausfallen lassen würde und auf gar keinen Fall hingehen würde.

 

Auweia, es bleibt also spannend.

 


Die Vorbereitungen sind alle fertig, jetzt müssen wir nur noch auf den 28.04 warten :)

Weitere Blogeinträge zu: ->unserer Kirche und der ->Kommunion



Unser Zebra Blog: Wir sind eine 4-köpfige Familie aus Mainz. Papa Thomas ist Kommunikationsdesigner und Chef des Zebras, sowie Referent der landesweiten Service- und Beratungsstelle "Inklusion in der Weiterbildung" im Ingelheimer WBZ. Hobbys sind lesen und Zeit draußen verbringen und Mainz 05. Mama Katharina ist Mediengestalterin und Mama. Wenn Zeit ist sitzt sie an der Nähmaschine, auch Motivkuchen backen gehört auf ihre Hobbyliste. Sohn Raphael (*2009) ist Schüler und mag gerne Playmobil, Rollenspiele, chillen, Ausflüge in die Natur, Achterbahnen, Schwimmbad und vieles mehr. Momentane Berufswünsche: Märchenerzähler / Schauspieler, YouTube Star, Autoskooter Einparker, Knöllchenverteiler, ... Er hat ein extra im Gepäck, das Down-Syndrom, auch Trisomie 21 genannt, mit dem er uns nach der Geburt überraschte. Tochter Elena (*2012) die Jüngste in der Chaosbude ist auch Schülerin, spielt Geige, macht Yoga und ist in einer Zirkus AG. Ihre Hobbys sind außerdem schwimmen, Achterbahnen, mit Freundinnen treffen. Ihr Berufswunsch, schwankt auch zwischen Märchenerzählerin und YouTube Star, aber auch Detektivin, Archäologin oder Meeresbiologin steht auf ihrer Wunschliste weit oben. Elena ist außerdem Buchautorin.


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